Diversity – Ein Plädoyer für mehr Vielfalt im HR Bereich

von Michael Gross

Deutschland ist oder war das Land der der Dichter & Denker. Heute ist es eher das Land der Schubladen-Denker. Das wird nirgends deutlicher als in den HR Abteilungen der Unternehmen.

Gleiche stellen gerne Gleiche ein. Unternehmen aus dem Luxus Segment suchen Mitarbeiter aus dem Luxus-Segment. Wer nach dem Studium ob bewusst oder unbewusst im Discountbereich gelandet ist, hat beste Chancen bei Unternehmen aus dem Discountbereich. Wer im Vertrieb gestartet ist, tut sich schwer in den Einkauf zu wechseln. Wer im Design sein Können unter Beweis gestellt hat, braucht viel Geduld und Glück, um eine Chance im Produktmanagement zu bekommen. Konzerne suchen Mitarbeiter aus Konzernen, Systemanbieter von anderen Systemanbietern. So werden homogene Kulturen geformt und gefestigt, Wissenstransfer verhindert, Pluralität blockiert. Und das, obwohl die unterschiedlichen Geschäftsmodelle immer mehr zusammenwachsen und Multi-Channel das neue Zauberwort der Branche ist.

Dabei ist längst Gemeingut, was Personaler nicht zur Kenntnis nehmen. In pluralen Gesellschaften verlieren homogene Unternehmenskulturen die Fähigkeit, Kunden und Konsumenten zu verstehen. Die Kaufkraft der Frauen steigt, Migranten sind wichtige Zielgruppen geworden. Globale Märkte aber müssen durch Insiderwissen erschlossen werden. Und das bekommen Unternehmen nur, wenn sie diese Gruppen auch als Mitarbeiter gewinnen und binden können.

Vielfalt erzielt bessere Leistungen. Gemischt geschlechtliche Teams arbeiten innovativer, interkulturelle Teams effizienter. HR Manager sollten nicht so sehr auf ihre „Schubladen-Profile“ schauen, sondern sich fragen, wie attraktiv ist ihr Unternehmen für die neuen Konsumentengruppen und – märkte. Die Personaler sollten Vorreiter sein und den Kulturwandel moderieren, bevor der demographische Faktor sie dazu zwingt. Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt.

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