Bewerbungsfallen: Referenzen statt Zeugnisse?

von Michael Gross

Das Herzstück einer Bewerbung ist das Arbeitszeugnis. Das denken jedenfalls die meisten Jobsuchenden. Dementsprechend achten sie auf jede Formulierung, lesen zwischen den Zeilen, interpretieren und wägen ab, ja streiten um jedes Wort mit dem Arbeitgeber.

Die Wahrheit ist, schon lange zweifeln die HR Manager die Aussagekraft von Arbeitszeugnissen an. Die Zeugnisse sind zu sehr vom deutschen Arbeitsrecht gelenkt und demzufolge ausschließlich zum Wohlwollen des Arbeitsnehmers formuliert. Zeugnisse bestehen in weiten Teilen aus juristisch gesicherten  Textkonserven und Worthülsen. Negative Bewertungen kommen so gut wie nicht vor. Ein objektiver Vergleich ist kaum möglich, eine realistische Darstellung der Persönlichkeit und der Kompetenzen des Bewerbers wird so jedenfalls nicht erreicht. Dennoch dürfen Arbeitszeugnisse in der Bewerbung nicht fehlen (Wer keins vorweisen kann, macht sich verdächtig.).

Wer sich positiv von der Konkurrenz abheben möchte, bietet seinem zukünftigen Arbeitgeber Referenzen an. Sie sind eine gute Ergänzung und sollten in keiner Bewerbungsmappe fehlen. Hier einige Tipps:

  • Pflegen Sie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse der Referenzperson im Lebenslauf passend zu der beruflichen Station ein. Wahlweise können Sie auch eine separate Referenzliste in der Bewerbung mitliefern.
  • Mehr als 3 Referenzen sind eher unüblich.
  • Als Referenz eignen sich direkte Vorgesetzte oder die Personalleiter des Unternehmens. In jedem Fall sollte die Referenzperson dem Jobsuchenden übergeordnet sein.
  • Bitten Sie ihre Förderer vorher um Erlaubnis, dass Sie sie angeben dürfen.

Nicht jeder Personaler wird bei jedem Bewerber die Referenzen nutzen. Wichtig ist jedoch die Botschaft: Ich habe nichts zu verbergen. Ich biete Ihnen die Möglichkeit über das (aussagelose) Arbeitszeugnisse hinaus Möglichkeiten an, sich über mich ein Bild zu machen. Proaktiv und professionell.

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